„tagesschau“ macht wieder Werbung für private Versicherungskonzerne

22 11 2007

In der „tagesschau“ (ARD, 20:00 Uhr) vom 21.11.2007 konnte man wieder einmal verfolgen, wie in den „Nachrichten“ unverhohlen Werbung für private Versicherungskonzerne gemacht wurde. In einem Beitrag zur zukünfigen Situation von Rentnerinnen und Rentnern wurden erneut Horrorszenarien gemalt: „Das Absicherungsniveau heutiger Rentner können jüngere Berufstätige nur noch schwer erreichen – und das auch nur bei konsequenter betrieblicher und privater Zusatzvorsorge.“ heißt es auf tagesschau.de dazu.

Zu Wort kam auch der Präsident der (gesetzlichen) Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, der sich schon seit längerem wie ein Werbereferent der privaten Versicherungswirtschaft verhält, anstatt sich – was seiner Position eigentlich angemessen wäre – für eine Stärkung der gesetzlichen Rente einzusetzen. Und die „tagesschau“ verbreitet diese Werbung schamlos als „Nachricht“ – und weist in ihrem Beitrag sogar noch indirekt darauf hin, weshalb die prognostizierte Situation für jüngere Arbeitnehmer so düster ausfallen mag: Die weitere Senkung der Beitragssätze hat doch ganz selbstverständlich zur Folge, dass am Ende weniger Geld in der Kasse ist als eigentlich gebraucht wird. Auch die (inzwischen um satte 50 % gekürzten) Beiträge, die für Arbeitslose eingezahlt werden, tragen ihren Teil dazu bei.

Wer nun Beitragssätze unaufhörlich senkt und sich dann lautstark beschwert, dass in Zukunft „zu wenig Geld in der Kasse“ sei, hat entweder den geistigen Horizont eines Schimpansen oder aber handelt interessengeleitet. Diese Interessen werden sehr schnell deutlich, wenn einerseits – wie auch in der „tagesschau“ – davon schwadroniert wird, dass „der Bürger“ durch Beitragssenkungen „entlastet“ werde, zeitgleich aber die private Vorsorge fast schon spirituell beschworen wird, für die der Bürger diese höchst lächerlichen Einsparungen gleich wieder 10- bis 20fach ausgeben soll.

Entlastet werden durch solche Beitragssenkungen einzig die Unternehmen. Parallel dazu verdienen Versicherungskonzerne an der privaten Rentenversicherung, die auch noch massiv steuerlich subventioniert (also wieder von den Bürgern mitbezahlt) wird, gutes Geld.

Wer also profitiert von der Privatisierung der Rente? – All die Niedriglöhner und Arbeitslosen, die sich eine private Vorsorge nun ganz sicher nicht leisten können, gewiss nicht. Auch der Normalverdiener zahlt am Ende massiv drauf, denn die monatlichen Einzahlungen für die private Versicherung sowie die aus Steuermitteln finanzierte Subventionierung der „Riester-Rente“ übersteigen den Einspareffekt der Beitragssenkungen zur gesetzlichen Rente um ein Vielfaches.

Warum also machen Politiker, Medien und sogar der Chef der gesetzlichen Rentenversicherung höchstpersönlich so dreist und schamlos Werbung für Versicherungskonzerne?

Die Antwort auf diese Frage mag sich jeder selbst geben.


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